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Ernährung bei Typ-2-Diabetes: Die Top 10 Lebensmittel + Tabelle

Grundsätzlich gelten für Patienten mit Typ-2-Diabetes dieselben Ernährungsempfehlungen wie Menschen ohne Diabetes und (mit Einschränkungen) für Menschen mit Typ-1-Diabetes:

  • Viel Eiweiß und Ballaststoffe,
  • Wenig Zucker und Kohlenhydrate.

Eine angepasste Ernährung sowie regelmäßige Bewegung reichen zu Beginn der Erkrankung oft aus, sodass Menschen mit Typ-2-Diabetes keine blutzuckersenkenden Medikamente einnehmen müssen.

Top 10 Lebensmittel für Diabetiker

  1. Vollkornprodukte: Haferflocken, Dinkelvollkornbrot, Vollkornbrot
  2. Gemüse: z. B. Spinat, Brokkoli, Paprika, Tomaten
  3. Obst: z. B. Beeren, Äpfel, Zitrusfrüchte
  4. Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen, Kichererbsen
  5. Nüsse & Samen: Mandeln, Walnüsse, Leinsamen
  6. Fisch: Lachs, Makrele, Hering
  7. Olivenöl & Rapsöl
  8. Naturjoghurt & Magerquark
  9. Tofu
  10. Geflügel (fettarm)

Diese Top-10-Liste ist eine Orientierung und kein tatsächliches Ranking. Wir empfehlen Menschen mit Typ-2-Diabetes eine persönliche Ernährungsberatung wahrzunehmen, die ihren individuellen Zuckerstoffwechsel verbessert und ihren Nährstoffbedarf deckt.

Besuchen Sie die roten Infobusse der Aufklärungsinitiative „Herzenssache Lebenszeit“, um sich über Diabetes zu informieren.

Sprechen Sie zudem mit Ihrem Arzt darüber, wie Sie Ihr Risiko reduzieren können. Oft macht sich Typ-2-Diabetes erst Jahre später durch eine Folgeerkrankung bemerkbar. Eine möglichst frühe Diagnose im Rahmen eines Gesundheits-Checks bei Ihrem Arzt ist daher wichtig.

Was Diabetiker essen dürfen: Tabelle

Ernährung bei Typ-2-Diabetes ist nicht schwarz-weiß und letzten Endes entscheiden Sie selbst, welche Lebensmittel in Ihren Alltag passen.

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Orientierung, welche Lebensmittel sich günstig auf die Blutzuckerregulation auswirken und welche eher zu einem schnelleren Anstieg führen können.

Tabelle: Das „dürfen“ Diabetiker essen

Lebensmitteltyp
Gut
Schlecht
Brot, Getreide & Nudeln
Vollkornbrot mit ganzen Körnern
Roggenvollkornbrot
Dinkelvollkornbrot
Haferflocken
Haferkleie
Gerste
Hirse
Buchweizen
Vollkornnudeln
Weißmehlprodukte
Weißbrot
Toast
Croissants
Zwieback
Helle Nudeln
Instantnudeln
Stärkehaltige Beilagen wie Reis & Kartoffeln
Parboiled-Reis
Vollkornreis
Quinoa
Amaranth
Gekochte Kartoffeln
Pellkartoffeln
Abgekühlte Kartoffeln
Süßkartoffel gekocht
Weißer Reis
Jasminreis
Basmatireis
Mais
Pommes
Kroketten
Kartoffelpüree
Instant-Püree
Chips
Süßkartoffel gebacken/geröstet
Gemüse & Pilze
Alle, z. B.:
Blattgemüse
Paprika
Tomaten
Kohl
Spinat
Zucchini
Sellerie
Gurke
Aubergine
Alle Pilzarten
etc.
Keine
Obst
Zuckerarm:
Zuckerreich:
Beeren
Äpfel
Orangen
Mandarinen
Kiwi
Aprikosen
Pfirsiche
Pflaumen
Kirschen
Banane
Birne
Mango
Ananas
Honigmelone
Weintrauben
Obstmus
Gezuckerte Obstkonserven
Trockenfrüchte
Fleisch & Wurst
Geflügel
Mageres Rindfleisch
Kalbfleisch
Putenaufschnitt
Wild
Alle Wurstarten
Speck
Schinkenspeck
Leberkäse
Nackenfleisch
Panierte Produkte
Fisch & Meeresfrüchte
Lachs
Makrele
Sardine
Hering
Forelle
Kabeljau
Thunfisch
Garnelen
Krabben
Panierter Fisch
Fisch in Sahne/Mayonnaise
Milchprodukte
Milch bis 3,5 % Fett
Naturjoghurt bis 3,5 % Fett
Käse bis 45 % Fett
Quark bis 20 % Fett
Skyr
Kefir
Buttermilch
Hüttenkäse
Sahne
Schmand
Crème fraîche
Gesüßte Joghurts
Fruchtjoghurt
Pudding
Milchmixgetränke
Kakao
Pflanzliche Alternativen
Ungesüßte Pflanzenmilch (Soja/Hafer/Mandel)
Ungesüßter Sojajoghurt
Tofu
Tempeh
Gesüßte Pflanzenmilch
Aromatisierte Haferdrinks
Vegane Fertigwurst
Fleischersatzprodukte
Eier
Eier in allen Varianten (bis ca. 5 pro Woche)
Nur unvorteilhaft bei viel Fettzugabe, z. B. Rührei in Butter
Keine
Hülsenfrüchte
Linsen
Bohnen
Kichererbsen
Erbsen
Sojabohnen
Keine
Nüsse & Samen
Mandeln
Walnüsse
Haselnüsse
Cashews
Macadamia
Chia
Leinsamen
Sonnenblumenkerne
Kürbiskerne
Gesalzene Nüsse
Nüsse in Zucker/Karamell
Erdnussflips
Fette & Öle
Olivenöl
Rapsöl
Leinöl
Walnussöl
Kleine Mengen Butter
Palmfett
Schmalz
Butterschmalz
Sonnenblumenöl
Distelöl
Mayonnaise
Getränke
Wasser
Ungesüßter Tee
Schwarzer Kaffee
Softdrinks
Saft
Smoothies
Energydrinks
Alkohol
Snacks & Süßes
Wenig dunkle Schokolade
gekochtes Ei
2 EL Nüsse
Gemüsesticks
Süßigkeiten
Eis
Gebäck
Chips
Salzgebäck
Müsliriegel
Fertiggerichte
Unverarbeitete Gemüsepfannen
Tiefkühlpizza
Fertiglasagne
Fertigsaucen
Mikrowellengerichte
Fast Food

Diese Tabelle basiert – mit kleinen Anpassungen – auf den Empfehlungen von Matthias Riedl, Ärztlicher Direktor des Medicums Hamburg.

Anmerkung für Typ-1-Diabetiker: Die Empfehlungen aus der Tabelle gelten grundsätzlich auch für Typ-1-Diabetiker. Sie beeinflussen jedoch nicht den notwendigen Insulinbedarf, sondern helfen, Blutzuckerspitzen nach Mahlzeiten besser vorhersehbar zu machen.

Welches Gemüse man bei Diabetes essen sollte

Alle Gemüsesorten sind für Typ-1- und Typ-2-Diabetiker empfehlenswert. Es gibt keine Gemüsesorten, die Sie als Diabetiker nicht essen sollten.

Gemüse mit geringem Stärkegehalt stehen ganz oben auf der Liste der empfohlenen Nahrungsmittel (bspw. Zwiebeln, Kohlrabi, Paprika, Zucchini, Tomaten, Auberginen, alle Kohlsorten), da sie kaum den Blutzucker erhöhen und viele gesunde Inhaltsstoffe aufweisen.

Die Gemüsesorten in der rechten Spalte der folgenden Tabelle sind nicht schlecht. Sie erhöhen den Blutzucker lediglich etwas schneller und sollten in kleineren Mengen gegessen werden.

Tabelle: Welches Gemüse bei Diabetes essen?

Kategorie
Sehr gut (sehr niedriger Blutzuckeranstieg)
Gut (leicht höherer Blutzuckeranstieg)
Blattgemüse
Spinat
Mangold
Feldsalat
Rucola
Keine
Kohlgemüse
Brokkoli
Blumenkohl
Grünkohl
Rosenkohl
Kohlrabi
Weißkohl
Fruchtgemüse
Tomaten
Gurken
Zucchini
Paprika
Aubergine
Kürbis (gekocht/gebacken)
Wurzelgemüse
Zwiebeln
Sellerie
Radieschen
Rettich
Karotten (gekocht)
Pastinaken
Hülsenfrüchte
Bohnen
Erbsen
Linsen
Kichererbsen
Lupinen
Sojabohnen
Keine
Stärkehaltiges Gemüse
Keine
Kartoffeln
Mais
Süßkartoffeln

Glykämischer Index vs. glykämische Last

Der glykämische Index (= GI) gibt an, wie schnell und wie stark ein Lebensmittel den Blutzucker nach dem Essen ansteigen lässt.

Je geringer der GI auf einer Skala von 1 bis 100 ist, desto langsamer und weniger steigt der Blutzuckerspiegel an.

  • Hoher GI (≥ 70): schneller, starker Anstieg
  • Mittlerer GI (56–69): moderater Anstieg
  • Niedriger GI (≤ 55): langsamer, flacher Anstieg

Als Referenz dient reiner Traubenzucker, der den stärksten Blutzuckeranstieg verursacht. Sein GI ist daher 100.

Der GI bezieht sich nicht auf das gesamte Lebensmittel, sondern auf die Kohlenhydrate, die in einem Lebensmittel enthalten sind.

Kohlenhydrate umfassen sowohl Zucker (z. B. Traubenzucker, Fruchtzucker) als auch Stärke, also jene Bestandteile eines Lebensmittels, die der Körper während der Verdauung in Glukose (= Blutzucker) zerlegt.

Der GI zeigt, wie schnell diese Kohlenhydrate aufgenommen und in Glukose umgewandelt werden.

Eine exzellente Quelle von Kohlenhydraten mit einem niedrigen GI sind Bohnen, Erbsen, Linsen, Kichererbsen sowie Lupinen und Sojabohnen.

Die Glykämische Last

Die Glykämische Last (= GL) verbindet den glykämischen Index mit der Menge an Kohlenhydraten, die in einer realistischen Portion stecken.

Je höher die GL ist, desto stärker steigt der Blutzuckerspiegel nach einer üblichen Portion dieses Lebensmittels an.

  • Formel: GL = GI × (Kohlenhydrate pro 100 Gramm ÷ 100)

z. B. haben gekochte Karotten und Baguette beide einen Glykämischen Index von 70. Das heißt:

  • 50 Gramm der Kohlenhydrate, die in gekochten Karotten stecken, lassen den Blutzucker gleich schnell und stark ansteigen wie 50 Gramm der Kohlenhydrate eines Baguettes.

Aber:

  • 100 Gramm gekochte Karotten enthalten nur 7,1 Gramm Kohlenhydrate.
    GL = 70 x (7,1 ÷ 100) ≈ 5
  • 100 Gramm Baguette enthalten hingegen 48 Gramm Kohlenhydrate.
    GL = 70 x (48 ÷ 100) ≈ 34

Das heißt, man müsste eine sehr große Menge gekochter Karotten essen, um überhaupt auf die gleiche Kohlenhydratmenge zu kommen wie bei einer kleinen Portion Baguette.
Der GL zeigt also viel genauer, wie stark eine typische Mahlzeit den Blutzucker wirklich beeinflusst.

Die Auswirkung von Kartoffeln, Tomaten, etc. auf den Blutzucker

Die folgende Tabelle zeigt typische Durchschnittswerte für den glykämischen Index (= GI) und die glykämische Last (= GL).

Mit „typisch“ sind Durchschnittswerte gemeint, die je nach Sorte, Reifegrad und Zubereitung leicht schwanken können.

Die Angaben geben jedoch einen verlässlichen Orientierungsrahmen für die Blutzuckerwirkung dieser Lebensmittel.

Tabelle: Die Auswirkung von Kartoffeln, Tomaten, etc. auf den Blutzucker

Lebensmittel
Blutzuckerwirkung
GI (typisch)
GL (pro 100 g, typisch)
Rote Paprika
sehr niedrig
GI ≈ 10–15
GL ≈ 1
Tomaten
sehr niedrig
GI ≈ 15
GL ≈ 1
Nüsse (Mandeln, Walnüsse etc.)
sehr niedrig
GI ≈ 0–15
GL ≈ 1–2
Süßkartoffel (gekocht)
niedrig
GI ≈ 45
GL ≈ 10–12
Kartoffeln (gekocht & abgekühlt)
niedrig–moderat
GI ≈ 50
GL ≈ 10
Dinkel (Vollkorn, gekocht)
moderat
GI ≈ 55–60
GL ≈ 12–15
Reis (Basmati / Braun / Parboiled)
moderat
GI ≈ 55–65
GL ≈ 20–30
Kartoffeln (gekocht)
hoch
GI ≈ 70–75
GL ≈ 14–20
Süßkartoffel (Backofen / geröstet)
hoch
GI ≈ 85
GL ≈ 20–25
Reis (weiß, gekocht)
hoch
GI ≈ 70–90
GL ≈ 30–45

Anmerkung für Typ-1-Diabetiker: Die Blutzuckerwirkung dieser Lebensmittel betrifft Typ-1- und Typ-2-Diabetiker gleichermaßen. Bei Typ-1-Diabetes bedeutet ein hoher GI/GL meist einen höheren Insulinbedarf.

Ernährungsplan für Typ-2-Diabetiker (7 Tage)

Der folgende 7-Tage-Ernährungsplan für Menschen mit Typ-2-Diabetes ist darauf ausgerichtet, den Blutzucker stabil zu halten, Gewicht zu regulieren und Folgeerkrankungen vorzubeugen.

Er enthält zu jeder Mahlzeit Eiweiß, ballaststoffreiche Lebensmittel und viel Gemüse.

Eiweiße verlangsamen die Blutzuckeraufnahme, sorgen für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl und stabilisieren dadurch den Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten.

Ballaststoffe bremsen die Aufnahme von Zucker im Darm, senken den glykämischen Index vieler Lebensmittel und helfen, Blutzuckerspitzen zu vermeiden.

Gemüse liefert viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe bei sehr wenig Kalorien und beeinflusst den Blutzucker kaum.

Tabelle: Ernährungsplan für Typ-2-Diabetiker (7 Tage)

Tag
Morgens
Mittags
Abends
Montag
Naturjoghurt mit Beeren + 1 EL Nüsse
Fenchel-Orangen-Salat (siehe Download unter Tabelle)
Ofengemüse (Zucchini, Paprika, Karotten) + Hähnchenfilet
Dienstag
Vollkornbrot mit Avocado & Ei
Bunter Salat mit Thunfisch, Kichererbsen & Olivenöl
Tomaten-Zucchini-Pfanne mit Feta
Mittwoch
Haferflocken mit Zimt & Mandeln
Gemüsepfanne mit Tofu & Sesam
Lachsfilet + Brokkoli
Donnerstag
Rührei mit Tomaten
Indisches Linsengemüse (siehe Download unter Tabelle)
Quark mit Beeren & Nüssen
Freitag
Grüner Smoothie (Spinat, Beeren, Naturjoghurt)
Vollkornnudeln mit Pesto & gebratenem Gemüse
Omelette mit Paprika & Zwiebeln
Samstag
Dinkelbrötchen mit Hüttenkäse
Gebackene Süßkartoffel mit Bohnen, Avocado & Limette
Großer gemischter Salat mit Eiern
Sonntag
Magerquark mit Leinsamen
Gebratener Fisch + Ofengemüse
Kürbiscremesuppe + Vollkornbrot

Anmerkung für Typ-1-Diabetiker: Der Ernährungsplan eignet sich auch für Menschen mit Typ-1-Diabetes, muss jedoch individuell an die benötigte Insulinmenge angepasst werden.

Probieren Sie unsere einfachen und zugleich raffinierten Rezepte „Fenchel-Orangen-Salat“ und „Indisches Linsengemüse“ einfach mal aus. Guten Appetit!

Rezeptbeispiel Linsengemüse als Beispiel für Diabetes Typ 2 Ernährung

Häufig gestellte Fragen

Gibt es verbotene Lebensmittel bei Typ-2-Diabetes?

Nein, es gibt keine verbotenen Lebensmittel. Am Ende entscheiden Sie, was Sie als Diabetiker:in essen dürfen.

Zuckerhaltige Produkte, Weißmehl, Softdrinks und Fertiggerichte lassen den Blutzucker aber schnell ansteigen und sollten nur selten gegessen werden.

Welches Brot eignet sich bei Diabetes am besten?

Das beste Brot für Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes ist Vollkornbrot mit ganzen Körnern (z. B. Roggen- oder Dinkelvollkornbrot).

Es wird langsam verdaut und lässt den Blutzucker nur moderat ansteigen.

Darf ich als Diabetiker:in Alkohol trinken?

Ja, in kleinen Mengen und mit Vorsicht. Sie können sich Alkohol in kleinen Mengen erlauben, sollten ihn aber immer zum Essen konsumieren, da er den Blutzuckerspiegel stört.

Bevorzugen Sie trockene Weine oder leichte Biere. Süße Cocktails und Liköre sollten Sie nicht konsumieren.

Von regelmäßigem Alkoholkonsum sollten Sie in jedem Fall absehen.

Darf ich als Diebetiker:in abends Obst essen?

Ja, als Diabetiker:in sollten Sie abends aber am besten zuckerarmes Obst wie Beeren, Äpfel oder Zitrusfrüchte (z. B. Orangen oder Mandarinen) und in kleinen Portionen essen.

Kombinieren Sie Obst möglichst immer mit Eiweiß (z. B. Jogurt oder Nüssen), damit der Blutzucker langsamer ansteigt.



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