Diabetes mellitus ist ein Sammelbegriff für verschiedene Stoffwechselerkrankungen, bei denen der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Die bekanntesten Formen sind Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes.
Weitere Diabetesarten, die unter den Oberbegriff Diabetes mellitus fallen, sind unter anderem Schwangerschaftsdiabetes und seltene Sonderformen.
Diabetes mellitus wird umgangssprachlich auch als Zuckerkrankheit bezeichnet.
Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass das körpereigene Immunsystem fälschlicherweise die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse angreift und zerstört.
Insulin ist der Schlüssel, der Zucker (= Glukose) aus dem Blut in die Zellen bringt, wo er als Energie genutzt wird. Bei Typ-1-Diabetes fehlt dieser Schlüssel. In der Folge bleibt der Zucker im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt stark an.
Dieser Autoimmunprozess kann sich manchmal in nur wenigen Monaten entwickeln. Sobald die Insulinproduktion stark abnimmt, treten bei Typ-1-Diabetes Symptome wie starker Durst, häufiges Wasserlassen und Gewichtsverlust auf.
Typ-2-Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, die sich meist über Jahre entwickelt. Anfangs produziert die Bauchspeicheldrüse noch genug Insulin, aber die Körperzellen reagieren nicht mehr ausreichend darauf. Dieser Zustand wird Insulinresistenz genannt.
Insulin ist der Schlüssel, der Zucker (= Glukose) aus dem Blut in die Zellen bringt. Bei Typ-2-Diabetes passt der Schlüssel nicht mehr richtig ins Schloss. In der Folge bleibt mehr Zucker im Blut, und der Blutzuckerspiegel steigt langsam an.
Um den Blutzuckerspiegel zu senken, produziert die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin. Mit der Zeit kann die Bauchspeicheldrüse die gesteigerte Insulinproduktion nicht aufrechterhalten und die Insulinproduktion sinkt.
Dieser schleichende Prozess führt bei Typ-2-Diabetes zu Symptomen, die chronisch sind und oft erst spät erkannt werden.
Besuchen Sie die roten Infobusse der Aufklärungsinitiative „Herzenssache Lebenszeit“, um sich über Diabetes zu informieren.
Sprechen Sie zudem mit Ihrem Arzt darüber, wie Sie Ihr Risiko reduzieren können. Oft macht sich Typ-2-Diabetes erst Jahre später durch eine Folgeerkrankung bemerkbar. Eine möglichst frühe Diagnose im Rahmen eines Gesundheits-Checks bei Ihrem Arzt ist daher wichtig.
Neben den beiden Hauptformen Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes gibt es weitere Diabetesarten, die unter den Oberbegriff Diabetes mellitus fallen.
Schwangerschaftsdiabetes entsteht, wenn bestimmte Hormone in der Schwangerschaft die Wirkung von Insulin abschwächen.
Dadurch gelangt Zucker aus der Nahrung nicht mehr so gut in die Zellen, und der Blutzuckerspiegel steigt.
Wenn die Bauchspeicheldrüse diesen Effekt nicht mehr ausgleichen kann, entwickelt sich ein Schwangerschaftsdiabetes.
Bei etwa 2 % der Fälle ist die Ursache nicht hormonell, sondern erblich bedingt.
Nach der Geburt normalisiert sich der Blutzucker oft, aber das Risiko für Typ-2-Diabetes bleibt erhöht.
LADA (Latent Autoimmune Diabetes in Adults) ist eine langsam verlaufende Form des Typ-1-Diabetes, die meist im Erwachsenenalter beginnt.
Die Symptome ähneln anfangs Typ-2-Diabetes, sind aber autoimmun bedingt.
MODY (Maturity Onset Diabetes of the Young) ist eine seltene, genetisch bedingte Diabetesform.
Sie tritt meistens vor dem 25. Lebensjahr auf und trifft oft auch Menschen ohne Übergewicht.
Die Anzeichen für Diabetes mellitus können je nach Art sehr unterschiedlich sein.
Typ-1-Diabetes entwickelt sich meist schnell, oft innerhalb weniger Wochen.
Die Symptome bei Typ-1-Diabetes sind akut und treten häufig im Kindes- oder Jugendalter auf.
Typ-2-Diabetes entwickelt sich dagegen schleichend über Jahre.
Die Symptome bei Typ-2-Diabetes sind chronisch und bleiben oft lange unbemerkt.
Typische Anzeichen bei Typ-1-Diabetes sind:
Typische Anzeichen bei Typ-2-Diabetes sind:
Typ-1-Diabetes kann nach aktuellem Stand der Forschung nicht verhindert werden, da es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt.
Die Erkrankung entsteht unabhängig von Lebensstil, Ernährung oder Körpergewicht.
Typ-2-Diabetes kann hingegen in vielen Fällen verhindert oder hinausgezögert werden. Wer sich regelmäßig bewegt, ausgewogen ernährt und sein Gewicht im Normalbereich hält, kann sein Risiko für Typ-2-Diabetes erheblich reduzieren.
Typ-1-Diabetes wird immer mit Insulin behandelt. Betroffene müssen ihren Blutzucker regelmäßig messen, ihren Konsum von Kohlenhydraten messen und das von ihnen eingenommene Insulin entsprechend dosieren.
Ernährung und Bewegung unterstützen den Stoffwechsel, können das fehlende Insulin aber nicht ersetzen.
Typ-2-Diabetes wird zunächst durch eine Lebensstiländerung behandelt: eine ballaststoffreiche Ernährung, Gewichtsreduktion und mehr Bewegung. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, werden Medikamente verabreicht.
In späteren Stadien kann auch die Behandlung mit Insulin notwendig werden. Ziel ist es immer, den Blutzucker langfristig zu senken und Folgeerkrankungen zu vermeiden.
Durch den dauerhaft zu hohen Blutzucker können bei Diabetes Folgeerkrankungen entstehen.
Besonders häufig sind:
Weitere Folgeerkrankungen, bei denen ein Zusammenhang mit Diabetes besteht oder vermutet wird, sind:
Nein, Diabetes mellitus ist derzeit nicht heilbar.
Typ-1-Diabetes erfordert eine lebenslange Insulintherapie, da die körpereigene Insulinproduktion fehlt.
Typ-2-Diabetes kann durch gesunde Ernährung, Bewegung und Gewichtsreduktion oft deutlich verbessert werden. Wenn sich die Blutzuckerwerte dadurch dauerhaft normalisieren, müssen keine Medikamente mehr eingenommen werden.
Dennoch bleibt die Erkrankung bestehen und muss überwacht werden.
Typ-1-Diabetes entwickelt sich meist schnell, oft innerhalb weniger Wochen.
Typische Symptome bei Typ-1-Diabetes sind starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit und manchmal ein süßlich-fruchtiger Atemgeruch (Acetongeruch).
Typ-2-Diabetes entwickelt sich oft über Jahre ohne klare Anzeichen.
Erste Symptome bei Typ-2-Diabetes können starker Durst, Müdigkeit, schlecht heilende Wunden und häufige Infekte sein.
Es ist nicht möglich zu sagen, ob Typ-1- oder Typ-2-Diabetes „schlimmer“ ist, da beide bei unzureichender Behandlung zu schweren Folgen führen können.
Typ-1-Diabetes erfordert eine konsequente Behandlung mit Insulin, da sonst lebensbedrohliche Situationen entstehen können.
Typ-2-Diabetes bleibt oft lange unbemerkt. Da die Krankheit dadurch nicht frühzeitig behandelt wird, können schwere Folgekrankheiten entstehen.
Typ-1-Diabetes entsteht durch eine Autoimmunreaktion: das Immunsystem zerstört die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Die genauen Ursachen von Typ-1-Diabetes sind nicht vollständig geklärt.
Typ-2-Diabetes entsteht durch eine Kombination aus Insulinresistenz und einer nachlassenden Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse. Auslöser sind häufig Übergewicht, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel oder genetische Veranlagung.
Typ-1-Diabetes wird diagnostiziert, sobald die Bauchspeicheldrüse kaum noch Insulin bildet und der Blutzucker dauerhaft erhöht ist.
Typ-2-Diabetes wird diagnostiziert, wenn mindestens einer der folgenden Grenzwerte erreicht oder überschritten wird:
Nüchternblutzucker ist der Blutzucker, der morgens gemessen wird, bevor etwas gegessen oder getrunken wurde.
Ein Nüchternblutzucker von ≥126 mg/dl bedeutet, dass in 100 ml Blut 126 Milligramm Glukose enthalten ist.
Ein Nüchternblutzucker von 7,0 mmol/l bedeutet, dass sich in einem Liter Blut 7 Millimol Glukose befinden.
Der HbA1c-Wert zeigt an, wie hoch der durchschnittliche Blutzucker in den letzten 8–12 Wochen war.
HbA1c steht für „Hämoglobin A1c“. Hämoglobin ist ein Protein in den roten Blutkörperchen, das Sauerstoff transportiert. A1c ist die Unterform des Hämoglobins, die durch eine Bindung mit Zucker (= Glukose) entsteht.
Ein HbA1c-Wert von 6,5 % bedeutet, dass sich Zucker an 6,5 % des gesamten Hämoglobins angelagert hat. Ein normaler Wert ist unter 5,7 %.
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