Die Symptome von Typ-1-Diabetes treten meist plötzlich (= akute Symptome) auf. Typ-1-Diabetes entwickelt sich meistens im Kindes- oder Jugendalter.
Die Symptome von Typ-2-Diabetes entwickeln sich hingegen schleichend und bestehen meist über längere Zeit (= chronische Symptome). Sie bleiben oft über Jahre unbemerkt.
Typ-2-Diabetes entwickelt sich meistens nach dem 40. Lebensjahr. Mittlerweile wird die Krankheit aber immer öfter auch bei jüngeren Erwachsenen und Jugendlichen diagnostiziert.
Besuchen Sie die roten Infobusse der Aufklärungsinitiative „Herzenssache Lebenszeit“, um sich über Diabetes zu informieren.
Sprechen Sie zudem mit Ihrem Arzt darüber, wie Sie Ihr Risiko reduzieren können. Oft macht sich Typ-2-Diabetes erst Jahre später durch eine Folgeerkrankung bemerkbar. Eine möglichst frühe Diagnose im Rahmen eines Gesundheits-Checks bei Ihrem Arzt ist daher wichtig.
Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunkrankheit (= Immunsystem attackiert eigene Zellen).
Die Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin mehr, weil das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört.
Insulin ist der Schlüssel, der Zucker (= Glukose) aus dem Blut in die Zellen bringt. Fehlt Insulin, bleibt die Glukose im Blut, statt in die Zellen zu gelangen. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel (= Prozentualer Anteil von Zucker im Blut) stark an.
Dieser Autoimmunprozess kann sich innerhalb weniger Monate abspielen, was zu einem schnellen Anstieg der Symptome (= akute Symptome) führt, sobald der Insulinmangel zu stark wird.
7 typische Anzeichen von Typ-1-Diabetes sind:
Um den hohen Zuckergehalt im Blut auszugleichen, entzieht der Körper den Zellen Wasser, um das Blut zu verdünnen.
Dieser Flüssigkeitsverlust führt zu einem intensiven Durstgefühl, das oft nicht gestillt werden kann, selbst wenn Betroffene mehrere Liter am Tag trinken.
Bei Typ-1-Diabetes tritt dieses Symptom plötzlich und sehr ausgeprägt auf.
Die Nieren sind dafür zuständig, das Blut zu filtern. Sie scheiden Abfallstoffe aus und halten wichtige Substanzen wie Zucker (= Glukose) zurück.
Sobald der Blutzuckerspiegel einen gewissen Wert, die sogenannte Nierenschwelle, überschreitet, sind die Nieren überlastet.
Sie können den Zucker nicht mehr vollständig zurückhalten, und er gelangt in den Urin.
Da Zucker Wasser bindet, werden dabei große Flüssigkeitsmengen ausgeschieden. Das führt zu häufigem Wasserlassen, auch nachts.
Bei Typ-1-Diabetes tritt dieses Symptom plötzlich und sehr ausgeprägt auf.
Da der im Blut vorhandene Zucker ohne Insulin nicht in die Zellen gelangt, „hungern“ die Zellen.
In der Folge muss der Körper eine andere Energiequelle nutzen. Er greift auf Fettreserven zurück, um den Energiebedarf zu decken. Dieser Prozess führt zu raschem Gewichtsverlust.
Da der im Blut vorhandene Zucker ohne Insulin nicht in die Zellen gelangt, läuft der Körper auf Sparflamme.
Dies äußert sich in starker Müdigkeit und Schwäche sowie verminderter Leistungsfähigkeit. Betroffene fühlen sich selbst nach ausreichend Schlaf oft erschöpft.
Da der im Blut vorhandene Zucker ohne Insulin nicht in die Zellen gelangt, baut der Körper stattdessen Fett als Energiequelle ab.
Dabei entstehen sogenannte Ketonkörper, die sich im Blut ansammeln. Diese Ketonkörper sind sauer, wodurch der pH-Wert des Blutes sinkt.
Diese Übersäuerung wird als Ketoazidose bezeichnet. Die Folge einer Ketoazidose sind Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.
⚠Wichtig: Eine Ketoazidose ist eine gefährliche Übersäuerung des Blutes, die lebensbedrohlich werden kann.
Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen in Zusammenhang mit Acetongeruch (siehe Kapitel 6) oder Schwindel und Bewusstseinsstörungen (siehe Kapitel 7) auftreten.
Da der im Blut vorhandene Zucker ohne Insulin nicht in die Zellen gelangt, baut der Körper stattdessen Fett als Energiequelle ab.
Dabei entstehen sogenannte Ketonkörper (siehe Kapitel 5), einer davon ist Aceton.
Aceton ist flüchtig. Flüchtig bedeutet, dass es leicht verdampft. Da Aceton leicht verdampft, gelangt es über die Atemluft nach außen.
Die Folge: Der Atem riecht süßlich oder nach überreifem Obst.
Ein extrem hoher Blutzuckerspiegel belastet den gesamten Organismus. Flüssigkeitsverlust, Elektrolytstörungen und die beginnende Ketoazidose (siehe Kapitel 5) können zu Schwindel und Bewusstseinsstörungen führen.
Im schlimmsten Fall droht ein diabetisches Koma, eine lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung, bei der Betroffene das Bewusstsein verlieren und in einen komatösen Zustand fallen.
Typ-2-Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf Insulin reagieren, obwohl die Bauchspeicheldrüse zunächst noch Insulin produziert. Das wird Insulinresistenz genannt.
Insulin ist der Schlüssel, der Zucker (= Glukose) aus dem Blut in die Zellen bringt. Bei Insulinresistenz passt der Schlüssel nicht mehr richtig ins Schloss. Die Folge: Der Zucker bleibt im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt langsam, oft über Jahre hinweg.
Um den dauerhaft hohen Blutzuckerspiegel auszugleichen, muss die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin ausschütten. Irgendwann erschöpft sie sich, und die Insulinproduktion nimmt ab.
Dieser schleichende Prozess macht Typ-2-Diabetes besonders tückisch. Viele Beschwerden entwickeln sich langsam und bestehen über einen längeren Zeitraum (= chronische Symptome), sodass sie häufig erst spät erkannt werden.
13 typische Symptome von Typ-2-Diabetes sind:
Bei Typ-2-Diabetes steigt der Blutzuckerspiegel über längere Zeit unbemerkt an. Um den hohen Zuckergehalt im Blut auszugleichen, entzieht der Körper den Zellen Wasser, um das Blut zu verdünnen.
Dieser Flüssigkeitsverlust führt zu einem zunehmenden Durstgefühl. Anders als bei Typ-1-Diabetes entwickelt sich dieses Symptom meist schleichend und wird oft erst spät wahrgenommen.
Die Nieren sind dafür zuständig, das Blut zu filtern. Sie scheiden Abfallstoffe aus und halten wichtige Substanzen wie Zucker (= Glukose) zurück.
Sobald der Blutzuckerspiegel einen gewissen Wert, die sogenannte Nierenschwelle, überschreitet, sind die Nieren überlastet.
Sie können den Zucker nicht mehr vollständig zurückhalten, und er gelangt in den Urin.
Da Zucker Wasser bindet, werden dabei große Flüssigkeitsmengen ausgeschieden. Das führt zu häufigem Wasserlassen, auch nachts.
Weil sich die Blutzuckerwerte bei Typ-2-Diabetes langsam erhöhen, ist das Wasserlassen zunächst nur leicht verstärkt. Viele Betroffene führen das auf andere Ursachen zurück und bemerken die Veränderung erst spät.
Bei Typ-2-Diabetes gelangt Zucker zwar in die Zellen, aber durch die Insulinresistenz nicht in ausreichender Menge.
Der Körper arbeitet ineffizient und läuft auf Sparflamme. Dies äußert sich in starker Müdigkeit und Schwäche sowie verminderter Leistungsfähigkeit. Betroffene fühlen sich selbst nach ausreichend Schlaf oft erschöpft.
Bei Typ-2-Diabetes steigt der Blutzuckerspiegel oft über längere Zeit unbemerkt an. Hohe Blutzuckerwerte verändern langfristig den Flüssigkeitshaushalt in der Linse des Auges.
Das führt zu verschwommenem Sehen oder wechselnder Sehstärke. Bei Typ-2-Diabetes tritt dies häufig auf, weil die Erkrankung oft lange unentdeckt bleibt und der Blutzucker deshalb dauerhaft und über einen langen Zeitraum erhöht ist.
Bei Typ-2-Diabetes steigt der Blutzuckerspiegel über längere Zeit unbemerkt an. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte beeinträchtigen die Hautdurchblutung und den Feuchtigkeitshaushalt.
Die Haut wird trocken und Juckreiz (z. B. im Genitalbereich) kann auftreten.
Bei Typ-2-Diabetes reagiert der Körper nicht mehr ausreichend auf Insulin (= Insulinresistenz). Nach dem Essen steigt der Blutzucker stark an, weil die Zellen den Zucker nicht aufnehmen können.
Die Bauchspeicheldrüse versucht gegenzusteuern und schüttet viel Insulin aus – manchmal zu viel. Dadurch fällt der Blutzucker – oft erst 2–4 Stunden nach der Mahlzeit – plötzlich stark ab.
Diese „Achterbahnfahrt“ führt zu Blutzuckerschwankungen:
Diese Schwankungen belasten den Stoffwechsel und erschweren ein stabiles Essverhalten.
Bei Typ-2-Diabetes steigt der Blutzuckerspiegel über längere Zeit unbemerkt an. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen Blutgefäße und Nerven und beeinflussen den Hormonhaushalt.
Die Folge: Die Durchblutung im Genitalbereich nimmt ab und die Nervenleitfähigkeit verschlechtert sich. Zusätzlich können hormonelle Veränderungen das sexuelle Verlangen mindern.
Das führt zu Erektionsstörungen bei Männern und Libidoverlust bei beiden Geschlechtern. Oft ist dies ein frühes Warnsignal für Gefäßschäden.
Bei Typ-2-Diabetes steigt der Blutzuckerspiegel über längere Zeit unbemerkt an. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte führen dazu, dass der Körper überschüssigen Zucker über den Urin ausscheidet.
Dabei kommt es zu einer vermehrten Wasserausscheidung. Dadurch gehen auch Elektrolyte (= gelöste Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Magnesium, die für Nerven- und Muskelfunktion wichtig sind) verloren.
Die Folge: Der Elektrolythaushalt gerät aus dem Gleichgewicht, was die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln stört.
Gleichzeitig schädigt der hohe Blutzucker langfristig die Blutgefäße. Dadurch wird die Durchblutung schlechter und die Muskulatur erhält weniger Sauerstoff und Nährstoffe.
Das Zusammenspiel dieser Faktoren verursacht häufige und hartnäckige Muskelkrämpfe, besonders nachts.
Bei Typ-2-Diabetes steigt der Blutzuckerspiegel über längere Zeit unbemerkt an. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die feinen Nervenfasern.
Typische Anzeichen für Nervenschäden sind Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schmerzen in Füßen und Händen. Da Typ-2-Diabetes oft spät erkannt wird, können Nervenschäden (=Neuropathie) bereits bei der Diagnose vorhanden sein.
Bei Typ-2-Diabetes steigt der Blutzuckerspiegel über längere Zeit unbemerkt an. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte beeinträchtigen die Durchblutung und schwächen die Immunabwehr.
Die Folge: Wunden heilen langsamer und sind anfälliger für Infektionen.
Bei Typ-2-Diabetes steigt der Blutzuckerspiegel über längere Zeit unbemerkt an. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte bieten einen idealen Nährboden für Bakterien und Pilze, weil Zucker eine ideale Energiequelle für Mikroorganismen ist.
Zusätzlich schwächt hoher Blutzucker die Abwehrzellen (weiße Blutkörperchen), sodass Infektionen nicht nur häufiger auftreten, sondern auch langsamer abheilen.
Das führt zu wiederkehrenden Infektionen, vor allem der Harnwege und der Haut. Auch Pilzinfektionen in Hautfalten oder im Genitalbereich treten häufiger auf.
Bei Typ-2-Diabetes reagiert der Körper nicht mehr ausreichend auf Insulin (= Insulinresistenz). Die Bauchspeicheldrüse produziert daraufhin mehr Insulin, um den Blutzucker zu senken.
Hohe Insulinspiegel wirken direkt auf die Eierstöcke, die Insulinrezeptoren besitzen. Das führt dazu, dass die Eierstöcke mehr Androgene (männliche Hormone) und weniger Östrogene (= weibliche Hormone) produzieren.
Durch diese Veränderungen im Hormonhaushalt kann der Zyklus unregelmäßig werden oder ganz ausbleiben. Bei Frauen steigt dadurch das Risiko für das polyzystische Ovarialsyndrom (= hormonelle Störung mit unregelmäßigen Zyklen und eingeschränkter Fruchtbarkeit).
Die chronische Belastung durch die Erkrankung, Blutzuckerschwankungen und Begleiterkrankungen wirken sich auf die Psyche aus. Sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetes können Depressionen, Angstzustände und Stress auftreten.
Bei Typ-2-Diabetes sind diese psychischen Veränderungen jedoch noch häufiger. Das liegt vor allem an zusätzlichen Faktoren:
Typ-2-Diabetes geht oft mit weiteren Beschwerden wie Müdigkeit und Schwäche, Nervenschäden (Neuropathie), Potenzstörungen, etc. einher. Diese Symptome beeinträchtigen die Lebensqualität und können Gefühle von Hilflosigkeit und Frustration verstärken.
Typ-2-Diabetes wird oft spät diagnostiziert, wenn bereits mehrere dieser Symptome bestehen. Das kann Stress und Sorgen erhöhen.
Häufig gestellte Fragen zu Diabetes-SymptomenDiabetes Mellitus ist ein Überbegriff für verschiedene Diabetesarten (vor allem Typ-1- und Typ-2-Diabetes). Typische Symptome sind:
Die Symptome von Typ-1-Diabetes treten meist plötzlich (= akute Symptome) auf.
Die Symptome von Typ-2-Diabetes entwickeln sich hingegen schleichend und bestehen meist über längere Zeit (= chronische Symptome).
Frauen haben bei Typ-2-Diabetes besonders häufig die folgenden Symptome:
Männer haben bei Typ-2-Diabetes besonders häufig die folgenden Symptome:
Die Symptome unterscheiden sich zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes, weil die Krankheiten unterschiedliche Ursachen und Verläufe haben:
Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunkrankheit, bei der das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Dadurch entsteht ein Insulinmangel.
Die Krankheit beginnt meist plötzlich und führt schnell zu ausgeprägten Symptomen wie starkem Durst, häufigem Wasserlassen, Gewichtsverlust, Übelkeit und manchmal einem süßlich-fruchtigen Atem.
Typ-2-Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf Insulin reagieren, obwohl die Bauchspeicheldrüse zunächst noch Insulin produziert.
Die Krankheit beginnt schleichend. Typische Symptome wie Müdigkeit, Sehverschlechterung, schlecht heilende Wunden oder häufige Infekte treten oft erst spät auf, wenn die Erkrankung schon fortgeschritten ist. Deshalb bleibt Typ-2-Diabetes häufig lange unentdeckt.
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